Die Immobilienblase die einfach nicht platzen will

Wir schreiben seit 2 Tagen das Jahr 2020. Und obwohl viele Untergangsproheten einen starken Einbruch im Immobilienbereich schon seit 3 Jahren predigen, will sich dieser einfach nicht einstellen. Wir erleben tatsächlich immer noch einen stark steigenden Immobilienmarkt, nicht nur in den „Big Five“ (Berlin, Hamburg, Stuttgart, München, Frankfurt). Der einzige Unterschied – die Big Five sind nochmal einen ordentlichen Schnaps zusätzlich dem Gesamtmarkt enteilt.

Doch was bedeutet dies im Einzelnen? In den Big Five Städten ist bezahlbarer Wohnraum (egal ob zur Miete oder zum Kauf) für knapp 70% der Bewohner eine unvorstellbare Illusion geworden. 60m² Wohnungen in C-Lage für 350.000 € – keine Seltenheit. Ein EFH im Speckgürtel von Stuttgart für 800.000 € – auch nichts außergewöhnliches mehr (inkl 1 Std. einfacher Anfahrtsweg in die Arbeit jeden Tag). Auch „aufstrebende“ Städte wie Leipzig, Dresden und Regensburg bewegen sich am Rande des zumutbaren. Im Kleinstadtbereich bewegen wir uns in Sphären, die einer Großstadt gleichkommen.

Eine komplette Generation (hauptsächlich die sog. Millenials) fragt sich, wie es ihren Eltern möglich war, Eigentum in ihren 30igern zu erwerbern, obwohl es damals Zinsen von rund 7% zu bezahlen gab. Wieso erscheint es heute so utopisch – selbst bei Zinsen von unter 1% überhaupt nur daran zu denken, ein eigenes Heim zu kaufen?

Die Forderung der links orientierten Politiker entweder von dunkel- oder hellroten Parteien sind hierbei jedoch oft nicht mehr im legalen Definitionsbereich des Grundgesetzes. Eigentum enteignen und vorher defnierte Mietpreise als Maximum verlangen. Egal in welchem Zustand und egal in welcher Lage. Der Berliner Mietendeckel ist ein seiner Einführung einmalig und fraglich, ob er vor den vielen Gerichtsverhandlungen die diesbezüglich anstehen, auch Bestand haben wird. Erste Reaktionen von größeren Immobilienhaltern, wie zum Beispiel der Vonovia, waren sofortige Investitionsstops in Berlin. Und das, obowohl bezahlbarer Wohnraum dringend benötigt wird.

Was ist das Fazit? Die Pipelines der größten Projektentwickler sind gefüllt. Zumindest wenn man den veröffentlichten Prognosen für das Jahr 2020 glauben schenken darf. Warum diese immer noch so prall gefüllt sind, hängt angeblich mit dem Fachkräftemangel zusammen. Zu wenig Bauleiter und Handwerker, die auf der Baustelle alles notwendige erledigen. Sprich es werden Überhänge mitgenommen. Die Zinsen bleiben niedrig, das hat die EZB auch schon angekündigt. Folglich wird es darauf hinauslaufen, dass das Gesetz des „noch blöderen Blödmanns“ gelten wird. Sprich: Findet sich noch ein dümmerer als ich es war, um bei diesen Preisen noch einzusteigen. Das Platzen der Blase wird sich also noch ein wenig verschieben.

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